Schwarze See

Kammermusiktheater für einen Sprecher und einen Schlagzeuger
Kompositionsauftrag für das TatSachenTheater

Premiere 2026

35min

Information

Wieviel braucht man, um wunschlos glücklich zu sein? Wünsche sind tückisch, sie können einen betrügen, und ehe man sich versieht, hat man sich verwünscht…

SCHWARZE SEE ist ein Kammermusiktheater für Sprecherin und Schlagzeuger. Basierend auf dem bekannten Märchen der Brüder Grimm vom "Fischer und seiner Frau" erzählt der Komponist Michael Schultheis eine (musikalische) Geschichte über das Wünschen, eine Geschichte über Dankbarkeit, aber auch über die menschliche Gier und Unzufriedenheit, und eine Geschichte über Gewalt an der Natur zum Zwecke der eigenen Bereicherung.  Der Märchentext wird ergänzt um Abschnitte eines inneren Monologs, der die Gedanken und Gefühle der Protagonisten einzuordnet und weiterspinnt.

Nicht die Ehedynamik des Fischers und seiner Frau steht im Vordergrund, sondern die Gewalt am Butt aus der See, der wieder und wieder herausgezogen und zum Wünscheerfüllen genötigt wird, obwohl sich der Widerwille der Natur in immer drastischeren Zeichen offenbart: Das Wasser verfärbt sich (visuell auf der Bühne durch Tinte inszeniert), Sturm zieht auf und der Himmel verfinstert sich.

Das Märchen wird zur Parabel auf eine Gesellschaft, die ihre Ressourcen bis zur Erschöpfung ausbeutet.

Das Wasser als zentraler Handlungsort wird als sichtbare Chiffre in der Bühnenhandlung miteinkomponiert: Das Ausgießen eines Wasserkruges zu Beginn des Stückes wird zum dramaturgisch gliedernden Element.

Die Musik macht den Konflikt zwischen Mensch und Natur hörbar und vollzieht ihn mit. Krüge, wassergefüllte Schalen, Waterphone, Gongs, Vibraphon, eine Autofeder, ein "UFO" und

mehr umreißen eine geheimnisvolle, zerbrechliche Musikwelt des Wassers mit frei-metrischen Abschnitten, in die die zunehmende Gier des Menschen als musikalisch aggressive Störung in Form harter Perkussionsklänge und dystopischer Noisebox-Experimente hineinbrechen. Im Laufe der Zeit verschärfen sich die Klänge des Wassers und zeigen die zunehmend Entgleisung der Situation.

Konzipiert für Kinder und Jugendliche ab der vierten Klasse, gerne auch in Schulklassen, eignet sich das Stück ebenso für ein erwachsenes Publikum, da es mehrschichtig angelegt ist und unterschiedliche Zugänge ermöglicht.

 

Spieldauer: ca. 35 Minuten.

Ein Kompositionsauftrag für das TatSachenTheater.

Für kleine und mittlere Bühnen geeignet.