Programm:
Ernst Krenek - Sonate für Violine und Orgel op. 231 (1979)
Michael Schultheis - selbstgespräche für Violine und Elektronik (fixed media) (2025)
Philipp Glass - Sonata for Violin and Piano (Bearbeitung) (2008)
Maria Suwelack, Violine
Michael Schultheis, Orgel
Ungewöhnliche und sehr kontrastreiche Musik der letzten 50 Jahre begegnet sich in diesem Konzert. Der geborene Österreicher Krenek galt im Dritten Reich als entartet und emigrierte wie sein Kollege Arnold Schönberg in die USA. Mit diesem Spätwerk hat er ein “stachelige” und zerklüftete Musik geschrieben, die zugleich von großer Spielfreude, rhythmischem Witz und ständigen Farbwechseln geprägt ist. Es ist quasi das einzige Stück für Orgel, das er überhaupt schrieb, dabei war ein hochproduktiver Komponist, der bis ins hohe Alter facettenreich komponierte. Der andere berühmte Amerikaner dieses Konzerts ist Philipp Glass, dessen Musik kaum gegensätzlicher sein könnte, er prägte die “minimal music” und entwickelte sie zu seinem eigenen Markenzeichen weiter in Form von motorisch wiederholten Dreiklängen, Tonleitern und elegischen Melodien, die einen unaufhaltsamen Sog entfalten. Die Sonate hat eine klassische Form in drei Sätzen.
In der Mitte des Konzerts stehen die “selbstgespräche” des Organisten und Komponisten Michael Schultheis. In der Gegenüberstellung von Violine und elektronischen Klängen manifestiert sich in diesem Stück ein innerer Dialog der Klänge. Im ersten Satz “Tagtraum” verschmilzt die Violine mit sphärischen Synthesizerklängen in langen Melodiebögen und rhythmisch frei schwebenden Klangflächen. Dagegen ist der zweite Satz “Unentschlossen” von einer permanenten Unruhe und hartnäckig wiederkehrenden Motiven geprägt, die hektisch zwischen den Instrumenten ausgetauscht werden, sich gegenseitig ins Wort fallen, aber auch zu einem versöhnlichen Duett zusammenfinden.