Distant Bells

Reflexionen über Edvard Griegs „Klokkeklang“

„wenn die Leute das 'Glockengeläute' gehört haben, glauben sie, dass ich verrückt geworden bin“ schrieb Edvard Grieg 1904 an seinen Kollegen Julius Röntgen. Das Stück „Klokkeklang (=Glockengeläut)“ ist das letzte der Klavierstücke op 54. von Grieg und durchaus revolutionär für seine Zeit: Keine eingängige, beschwingte oder auch sentimentale Melodie wie in Griegs vielen anderen Klavierstücken, tatsächlich überhaupt keine Melodie, nur endlos hin- und herpendelnde Quintklänge, die sich aus der Tiefe zu einem gewaltigen fortissimo aufschaukeln und wieder abebben - eine fast mystische Meditation.

Aus dieser Idee erwächst „distant bells“, eine Reflexion über den Klang von Glocken und das Stück von Grieg mit einfachen instrumentalen (analogen und digitalen) Mitteln. Jede der Miniaturen ist ein eigenständiger Versuch, das Wesentliche des Glockengeläuts mit instrumentalen Klängen einzufangen.